"In den Touristen-Prospekten heißt es: 'Ein ganzer Berg wird das Aussehen des Häuptlings Crazy Horse annehmen, das Bildhauer-Genie Korczak Kiolkowski wird ihn aus dem Stein hauen.' Nicht gerade bescheiden. ...

Der Häuptling soll auf seinem Pony sitzen und über 650 Fuß lang und um die 560 Fuß hoch werden. Und eine 40 Fuß lange Feder soll aus seinem Kopf ragen. ...


Zwei Sachen an diesem Unternehmen sind nicht in Ordnung: Crazy Horse hat nie einem Weißen erlaubt, ihn zu fotografieren. Er wollte nicht, daß weiße Menschen ihn betrachten. Er starb im Kampf, noch bevor ihn weiße Soldaten gefangennehmen ... konnten. Er wurde nach seinem Wunsch beerdigt - an einem unbekannten Platz, niemand kennt sein Grab. Die ganze Idee, aus einem schönen unberührten Berg ein Reiterstandbild zu machen, ist eine Verschmutzung der Landschaft. Es ist gegen den Geist von Crazy Horse. ...

Die zweite faule Sache ist folgende: Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Weißer hergehen und entscheiden konnte, für uns in unseren heiligen Bergen ein Denkmal zu bauen, bloß weil er sich das in den Kopf gesetzt hatte, und dies ohne uns zu fragen. Als er sein Unternehmen vor über dreißig Jahren anfing, konnte man allenthalben einen Indianer finden, der sich geschmeichelt fühlte, weil ein weißer Bildhauer einen Indianerhäuptling zur Statue machen wollte. ...


Er (Kiolkowski A.d.R.) gab zu, daß Indianer heute seinem Projekt sehr reserviert gegenüberstanden, zeigte uns aber einen Brief, den der Sioux-Häuptling Henry Standing Bear geschrieben hatte. 'Bitte', so hieß es da, 'behaue einen Berg, damit der weiße Mann sieht, daß der rote Mann auch Helden hatte.' Dieser Brief .. brachte die ganze Sache ins Rollen." (1)
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