Die Temperaturen lagen weit unter Null, als Custer mit seiner Truppe aufbrach. Nach einem mühseligen dreitägigen Ritt über schneebedecktes und vereistes Gebiet verlangsamte Custer das Marschtempo und schickte Major Joel H.Elliott mit einer Schwadron voraus, um die Lage zu erkunden. Tatsächlich stieß man auf Spuren - eine große Zahl Indianer hielt sich in unmittelbarer Nähe auf. Custer schloß zu Elliott auf. Vor ihnen erstreckte sich das Lager von Black Kettle.
Der Häuptling war gerade von Fort Wallace zurückgekommen. Anschließend hatte er seine Männer zu einer Versammlung gerufen, auf der er ihnen versicherte, daß man nichts zu befürchten hätte. Doch am Tag darauf, dem 27.November 1868, wurde er von den Schreien einer Frau geweckt: "Soldaten! Soldaten!" Unwillkürlich muß ihm die Erinerung an Sand Creek gekommen sein, als er zu seinem Gewehr griff und einen Warnschuß abgab.
Black Kettle zog mit seiner Frau auf dem Pferd unter weißer Friedensflagge der 7.Kavalerie entgegen. Aber beide Indianer sollten zu den ersten gehören, die in dem Kugelhagel von Custers Männern fielen. Obgleich sich die Indianer zu wehren versuchten, dauerte es nur zehn Minuten, bis die Kavalleristen das Dorf unter ihrer Kontrolle hatten.
Diese Schlacht am Washita war nichts anderes als ein brutales Massaker und der militärische Erfolg war sehr umstritten.
Die Ereignisse im Washitatal haben Custer populär gemacht, obwohl wegen seines Vorgehens gegen die Cheyennes Vergleiche mit dem Massaker vom Sand Creek gezogen wurden. Nach seinen eigenen Aussagen wurden 103 Cheyennes getötet. Es gab allerdings Berichte, wonach nur ein Duzend der Toten wirklich Krieger gewesen seien. (9)


"Angriff im Morgengrauen" von Charles Schreyvogel

Eine zeitgenössisches Darstellung der Ereignisse, aus: "Harper's Weekly"

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